Die homöopathische Behandlung

Sie beginnt bereits mit Ihrer Entscheidung, Ihre Symptomatik nicht weiterhin hinzunehmen und mit der Bereitschaft, sich auf die Suche nach den Ursachen Ihrer Erkrankung zu machen.

Der Termin steht für Ihre

1. Erstanamnese

Dies ist der erste Kontakt zwischen uns beiden.

  • Sie erzählen mir von Ihren Beschwerden, wie sie sich anfühlen, wann sie begonnen haben, wodurch sie sich bessern oder verschlechtern. (Wärme, Kälte, Berührung, Druck, Bewegung, Ruhe...)
  • Gibt es Ereignisse, die Sie in Zusammenhang bringen mit dem Entstehen der Symptome? z.B. Ärger, Wut, Kummer, Enttäuschung, Angst, Schreck, Schock, Kälteeinwirkung, Stress, Überanstrengung, .... o.ä.?
  • Mich interessiert besonders Ihr Gemütszustand, sowohl wie er war vor Ausbruch der Symptome als auch während der Krankheit. Brauchen Sie Gesellschaft oder ziehen Sie sich zurück ? Stört Sie die Fliege an der Wand oder sind Sie völlig gleichgültig? Geräusch - oder geruchsempfindlich?
  • Gibt es Ängste, die Ihre Lebensfreude einschränken? Phobien?
  • Wie ist Ihr Schlaf? Träumen Sie?
  • Welche Speisen und Getränke bevorzugen Sie? Besteht ein Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln? Wie ist Ihr Durst?
  • Wie ist Ihr Kälte-bzw.Wärmeempfinden? Ihre Verdauung, die Haut? Haben Sie Gelenkbeschwerden oder Rückenschmerzen?
  • Erzählen Sie mir Ihre komplette Krankengeschichte, von Behandlungen, Operationen, Medikamenten und Ihre Reaktionen darauf. z.B. Narkoseunverträglichkeiten.
  • Welche Impfungen wurden durchgeführt?

Für diesen ersten Kontakt benötigen wir beide etwa 1,5 bis 2 Stunden. Danach beginnt meine Arbeit mit der Suche nach einer entsprechenden Arznei für Sie. In einer klassisch homöopathischen Behandlung wird es immer nur ein Einzelhomöopathikum geben, das individuell nach Ihren Symptomen auserwählt wird.

Etwa 2-3 Tage nach der Einnahme der Arznei findet unser nächster Kontakt statt:

Kurze Rückmeldung. Meist telefonisch oder per Mail.

Bitte melden Sie sich nach 2-4 Tagen bei mir, um Rückmeldung über evtl. Reaktionen zu geben, Wenn es sich um Tropfen handeln sollte, wird dementsprechend die Arznei dosiert.

Reaktionen können sein:

  • die homöopathische Erstverschlimmerung
    sie ist wünschenswert und spricht für eine gute Lebenskraft, um auf Reize zu reagieren. Es handelt sich um alt bekannte Symptome, die kurz an die Oberfläche kommen, um dann wieder von alleine zu verschwinden.
    Die Symptome verschwinden nach der „Heringschen Regel“:
    - von innen nach außen - das Asthma verschwindet (innere Häute), der alte unterdrückte Hautausschlag (äußere Häute) kehrt kurz zurück
    - von oben nach unten -, z.B. die Atemwege werden freier, während der Ausschlag an den Füßen noch besteht
    - in umgekehrter Reihenfolge des Erscheinens - d.h. zuerst verschwinden die Symptome von gestern, dann die vom letzten Jahr.
  • Direkte Heilung ohne Umwege – so mögen wir es natürlich am liebsten.
  • Entgiftungsreaktionen
    gehören auch zu den sog. Erstverschlimmerungen. Es können Hautreaktionen, Durchfall, vermehrtes Schwitzen, verschiedene Absonderungen z.B. aus der Nase auftreten. Ein Zeichen, dass der Körper Ventile öffnet, um sich von Giften zu befreien.
  • Prüfungssymptome
    dies sind Symptome, die nicht zur persönlichen Krankengeschichte gehören, sondern nur zur Arzneimittelprüfung. In einer sachgemäßen homöopathischen Behandlung sollten diese Reaktionen nicht vorkommen, denn solche Symptome entstehen bei unbeabsichtigter Überdosierung einer „falsch“ gewählten Arznei bzw. bei zu langer Einnahme. Um dies zu vermeiden ist der enge Kontakt Patient – Behandler sehr wichtig.
  • Müdigkeit
    Es kann große Müdigkeit auftreten, v.a. dann, wenn Ihr System vorher auf Hochtouren gefahren ist. Nutzen Sie die Situation, um endlich zur Ruhe zu kommen und schlafen Sie . Oder lesen Sie ein gutes Buch. Die Müdigkeit wird in wenigen Tagen vergehen.
  • Keine Reaktion
    Die Wirkung lässt sich erst nach 3-6 Wochen beurteilen.
    Solange kann eine Arznei brauchen, um Wirkung zu zeigen.
    Wenn sich bis zum nächsten Termin keine Besserung zeigt, dann habe ich nicht das richtige Mittel gewählt, d.h. nicht das Simillimum, das Ähnlichste der ähnlichen Mittel. Verlieren Sie deshalb nicht den Mut.
    Vielleicht wurde ein wesentlicher Aspekt in der Erstanmanese nicht angesprochen, der für die Entstehung der Krankheit ursächlich und für das Finden der Arznei wichtig ist.

Nach 4-6 Wochen folgt die

2. Zweitkonsultation

Sie erzählen den Verlauf der Beschwerden während der letzten Wochen seit Behandlungsbeginn.
Gab es Reaktionen, Verbesserungen, Verschlechterungen?
Hat sich Ihr Gemütszustand stabilisiert ? Eventuell verordne ich Ihnen dieselbe oder eine andere Arznei. Möglicherweise wird auch nur abgewartet, wenn eine deutliche Besserung erfolgt ist.
In diesem Fall ist vorerst nicht zwingend ein weiterer Termin notwendig.
Gerne bleibe ich dennoch mit Ihnen per Mail in Kontakt, um am Verlauf Ihrer Behandlung teilzuhaben.

"Man ahme der Natur nach, welche zuweilen eine chronische Krankheit durch eine andere hinzukommende heilt und wende in der zu heilenden Krankheit dasjenige Arzneimittel an, welches eine andere, möglichst ähnliche künstliche Krankheit zu erzeugen imstande ist, und jene wird geheilt werden; similia similibus curentur.“ (Samuel Hahnemann, 1796)